Ich leg kurz an – warum ich die wunderBARen Anlegestellen entwickelt habe

Veröffentlicht am Kategorisiert als CoachBAR - Coachinggedanken Keine Kommentare zu Ich leg kurz an – warum ich die wunderBARen Anlegestellen entwickelt habe
Zwei Boote liegen ruhig am Ufer und laden zum Innehalten und Ankommen ein.
Zwei Boote am Ufer. Manchmal reichen fünf Minuten, um wieder bei sich selbst anzukommen.

Es ist eine Reise, die dahinter steckt.
Ein langsames Verstehen – von mir selbst, von anderen, von dem, was Menschen wirklich brauchen, um bei sich anzukommen.
Und eine persönliche Visualisierung einer Kanufahrt.

Ich bin jemand, der umsetzt.
Wenn etwas Sinn ergibt, fange ich an.
Nicht irgendwann.
Nicht erst zu Neujahr.
Jetzt.

Das klingt erstmal nach einer Stärke – und das ist es auch.

Aber es hat mich über Jahre in eine stille Spannung gebracht, die ich erst viel später wirklich verstanden habe.


Einsicht ist der erste Schritt – aber eben nur der erste

Es gibt einen Satz, den viele kennen: Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.
Stimmt. Wusste bereits meine Oma.

Und gleichzeitig: Es ist eben erst der erste. Und nur der mentale.

Das ist nichts Neues. Das ist zutiefst menschlich.
Ich habe es täglich erlebt – bei Kolleginnen und Kollegen im Büro, in der KiTa, bei Eltern, die wussten, was sie verändern wollten, und es trotzdem nicht taten. Faulheit war dabei nicht der Hintergrund. Ebenso wenig Gleichgültigkeit.
Der wahre Grund dahinter ist, dass zwischen dem Verstehen und dem wirklichen Verankern manchmal noch eine ganze Welt liegt.

Vor einiger Zeit begegnete mir bei Karin Kuschik ein Satz, der hängen geblieben ist: „Wir sind Wissensriesen und Umsetzungszwerge.“
Je länger ich darüber nachdenke, desto treffender finde ich diesen Satz.

Lange war ich überzeugt, er treffe vor allem auf andere zu. Auf mich eher nicht. Dachte ich zumindest. Jedenfalls nicht in Bezug auf Umsetzung – da bin ich schnell.

Beim Warten auf andere hingegen, schlich sich diese Bewertung häufig in meine Gehirnwindungen. Diese endlosen Schleifen eines „Ja, irgendwann…“ oder „Wenn wir…, dann..“ oder der Klassiker: „Erst muss noch…, dann..:“.
So oft erlebte ich das Festhalten am Gewohnten, auch wenn das Neue längst erkennbar besser wäre.
Für alle, wohlgemerkt. Für ein gemeinsames Ziel.

Ich war ungeduldig. Ich wollte keine Zeit verlieren. Wenn ich erkannte, dass etwas gut tut – für mich, für ein Kind, für ein Team –, wollte ich anfangen. Direkt.
Ohne Umschweife.
Ohne Umwege.

Was ich dabei vergaß: Erkenntnis ist kein Schalter.

Und noch etwas:
Auf Sachebene mag ich schnell sein.
Auf persönlicher Ebene bin ich genauso Mensch wie alle anderen
.

Denn in der Persönlichkeitsentwicklung – im wörtlichen Sinn, als Ent-Wicklung – sind wir eigentlich alle Lernende.

Wir kommen zur Welt und wachsen auf. Werden geprägt. Entwickeln uns weiter. Und verwickeln uns dabei mitunter ganz ordentlich.

Und der eigentliche Weg beginnt dort, wo wir anfangen, diese Verstrickungen behutsam wieder zu lösen. Das ist selten ein gerader Weg. Und es braucht eben mehr als Einsicht.


Will nicht. Oder kann nicht? – Ein Missverständnis, das mich lange begleitet hat

In meiner Coaching-Ausbildung bekam etwas einen Namen, das ich schon lange kannte – aber nie wirklich einordnen konnte.

Wie angedeutet, hatte ich es zumeist als Widerstand erlebt, wenn Menschen sich nicht bewegten. Als ob sie einfach nicht wollten. Und ich habe – zugegebenermaßen – oft darunter gelitten. Hatte dagegen angekämpft. Hatte Vorschläge gemacht, Ideen eingebracht, Wege aufgezeigt.
Und war nicht selten gegen betonharte Wände gelaufen.

Lange habe ich das persönlich genommen.

Heute sehe ich darin etwas anderes:

Menschen können erst dann gehen,
wenn ihr System bereit dafür ist.

Erst durch die Weiterbildung verstand ich: Hinter dem scheinbaren Nicht-Wollen steckt oft ein echtes Nicht-Können.
Das ist keine Ausrede. Das ist eine neurologische Realität.
Ein Nervensystem, das noch keine Sicherheit hat. Ein Mensch, der schlicht noch nicht dort ist, wohin die Idee ihn ruft.

Immer wieder hatte ich erlebt, dass meine Ideen zunächst auf Ablehnung stießen – und später plötzlich begeistert aufgenommen wurden.

Mein Verständnis davon hat sich erst verändert, als ich verstand, wie Veränderung überhaupt funktioniert.

Und was ein Angebot leisten muss, damit Menschen wirklich andocken können – für sich, nicht für mich.


21 Tage und ein Glas Wasser

Was ich in der Erzieherausbildung und aus allem späteren, was ich über Neuroplastizität gelernt habe, heute weiß: Neue Gewohnheiten brauchen ungefähr 21 Tage, um sich zu verankern. Nicht weil Menschen schwach sind. Sondern weil unser Gehirn Zeit braucht, neue Verbindungen stabil zu machen – bis sie aus dem bewussten Wollen in den sanften Automatismus gleiten dürfen.

Ich hab das selbst erlebt. Ich wollte morgens als Erstes ein Glas Wasser trinken. Klingt simpel. Ist es auch. Und trotzdem: Ich hab einen Tracker geführt. Als jemand, die Tracking eigentlich bescheuert findet und sich nicht kontrollieren möchte.


Aber genau das hat funktioniert. Irgendwann dachte ich gar nicht mehr darüber nach. Heute trinke ich mein erstes Glas Wasser gleich morgens, während ich die Katzen füttere – ohne Aufwand, ohne Disziplin, ohne Drama.

Das ist die eigentliche Stärke hinter der 21-Tage-Idee: Eine sanfte Wiederholung, bis etwas leicht wird. Selbstverständlich.
Der verheißungsvolle Flow stellt sich dann wie „automatisch“ ein.
Es reicht ja, im Hinterkopf zu haben, dass WIR ihn bewusst eingestellt haben, den „Automatismus“.

Anders gesagt: Am Anfang war die Entscheidung…


Was in Dänemark begann – und im Alltag weiterwuchs

Irgendwann fragte ich mich: Was wäre, wenn ich das für mich selbst ausprobiere? Im Urlaub. Mit einem anderen Fokus. Einem, der einlädt statt verpflichtet.

Außerdem mochte ich den Gedanken eines kleinen Dankbarkeitsrituals. Als liebevolle Einladung, den Blick bewusst auf das zu richten, was bereits da ist.

Dabei wollte ich kein Journal mit leeren Seiten gestalten.

Ich denke in Bildern. Liebe es, zu fotografieren. Ich mag Farbe. Ich mag Sketchnotes. Ich mag kleine visuelle Anker, die den Einstieg erleichtern.

Deshalb finden sich im Dänemark-Tagebuch kleine Zeichnungen und Gestaltungselemente an den Seitenrändern. Und Fotos als Hintergrund. Sie bilden einen Rahmen Eine freundliche Einladung, anzufangen.

Mit etwas mehr Leichtigkeit.

Und vielleicht auch mit etwas weniger Ehrfurcht vor dem ersten leeren Blatt.So entstand Mein Dänemark-Reisetagebuch. Für mich ist es eine Einladung, den Tag bewusster wahrzunehmen und dem Raum zu geben, was sonst leicht untergeht.

Und aus dieser Erfahrung heraus wuchs eine größere Frage: Wie könnte das auch im Alltag funktionieren? Als kleines, wiederholbares Angebot für Menschen, die sich selbst oft auf später verschieben?


Was immer bleibt

Wenn ich auf die Rückmeldungen zu meinem Newsletter schaue, fällt mir folgendes auf: Kaum jemand erinnert die großen Erkenntnisse. Was Menschen mitnehmen, sind die kleinen Impulse. Eine kurze Meditation. Ein Gedanke. Das Gefühl, gesehen worden zu sein.

Das ist es, was bleibt: Das Sanfte.

Genau daraus sind meine wunderBARen Anlegestellen entstanden. Sie laden dazu ein, kurz anzulegen.
Ohne zusätzlichen Druck.
Ohne Perfektionsanspruch.
Einfach als kleine Pause im Alltag.

Ankommen. Wahrnehmen. Gemütlich weiterpaddeln.


Ein Besuch am Buffet

Während ich über kleine Anlegestellen im Alltag nachdachte, ergab sich die Möglichkeit, an einer Freebie-Parade teilzunehmen. Eine Einladung, gemeinsam mit vielen anderen Selbstständigen etwas Wertvolles kostenlos zur Verfügung zu stellen. Denn ich glaube nicht, dass wir alles selbst entwickeln, erfinden oder lösen müssen. Oft genügt ein Blick über den Tellerrand. Oder, um im Bild zu bleiben: ein Besuch am Buffet.

Schließlich sind wir alle einzigartig.

Warum also nicht neugierig schauen, was andere mitgebracht haben?

Hier gehts zur „Freebie-Parade“ meiner Blog-Mentorin Judith Peters.


Ich leg kurz an

Das passt erstaunlich gut zu meiner Haltung. Ich probiere ja selbst gerne Neues aus.

In diesem Sinne ist auch meine kostenlose Probewoche entstanden:
Ich leg kurz an.

Drei kurze Audio-Impulse. Eine Woche lang. Von Herzen kostenlos.


Alles Weitere darf sich zeigen

Vielleicht beschäftigt mich dieses Thema auch deshalb so sehr, weil ich selbst erlebt habe, wie wenig Wissen allein schützt, wenn wir den Kontakt zu uns selbst verlieren.

Ich habe am eigenen Leib erfahren, dass Verstehen und Verankern nicht dasselbe sind.

Ich glaube nicht daran, dass Entwicklung schwer sein muss. Ich glaube daran, dass sie sanft sein darf. Wiederholbar. Einladend.

Und ich glaube daran, dass kleine Ankerpausen – kurz, regelmäßig, ohne großen Aufwand – mehr verändern als die meisten großen Vorhaben.

Diese Überzeugung stammt nicht aus einem Buch.

Sie ist über viele Jahre gewachsen. Durch Erfahrungen, Begegnungen und das wiederholte Erleben, wie viel bereits in kleinen bewussten Momenten entstehen kann.

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Von Katja Schoonbergen

Hej, ich bin Katja – Tiefendialog Coach und Begleiterin für bewusste innere Prozesse. In einem sicheren Rahmen entsteht Raum für achtsames Wahrnehmen, kreative Prozesse und echte Begegnung – ohne Bewertung. Ich glaube daran, dass nachhaltige Veränderung dort entsteht, wo wir uns selbst begegnen – echt, unperfekt und in unserem eigenen Tempo.

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